Mehr Unfälle, weniger Schwerverletzte: Polizei legt Verkehrsunfallbilanz 2025 vor

Foto: Bastian Kroll

Das Polizeipräsidium Freiburg hat die Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die Statistik umfasst den Stadtkreis Freiburg sowie die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Lörrach und Waldshut und gibt einen Überblick über die Entwicklung der Verkehrssicherheit in der Region.

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 24.641 Verkehrsunfälle registriert. Bei 12.117 sogenannten bedeutenden Verkehrsunfällen wurde mindestens eine Person verletzt oder ein Bußgeld- beziehungsweise Strafverfahren eingeleitet. Dies entspricht einer Zunahme von 2,8 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Die Zahl der Leichtverletzten stieg um 6,0 Prozent auf 4.068. Gleichzeitig sank die Zahl der Schwerverletzten um 15,1 Prozent auf 749. Die Zahl der Verkehrstoten lag bei 41 und ist seit 2016 im Durchschnitt um 2,4 Prozent zurückgegangen.

Bei den Verkehrsarten zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. 2025 ereigneten sich 554 Unfälle unter Beteiligung von Motorrädern, was einem Rückgang von 2,0 Prozent im Vergleich zum Zehnjahresdurchschnitt entspricht. Die Zahl der Fahrradunfälle stieg dagegen auf 1.806 und lag damit 9,8 Prozent über dem Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Pedelecs aus. Hier wurden 592 Unfälle registriert, was einer Zunahme von 70,8 Prozent entspricht. Die Zahl der Unfälle mit zu Fuß Gehenden erhöhte sich seit 2016 um 10,3 Prozent auf 391.

Auch bestimmte Altersgruppen rückten in den Fokus. Mit 3.043 Unfällen unter Beteiligung von Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren wurde ein Anstieg von 14,8 Prozent verzeichnet. Dagegen sank die Zahl der Unfälle mit jungen Fahrenden zwischen 18 und 24 Jahren um 6,6 Prozent auf 1.940. Elektrokleinstfahrzeuge wie E-Scooter, die seit 2020 gesondert erfasst werden, waren im Jahr 2025 an 211 Unfällen beteiligt, was eine deutliche Zunahme darstellt.

Zu den häufigsten Unfallursachen zählten Fehler beim Abbiegen mit 1.725 Fällen, was im Zehnjahresvergleich jedoch einem Rückgang von 17,2 Prozent entspricht. Vorfahrts- und Vorrangverstöße gingen um 4,6 Prozent auf 1.679 zurück. Die Zahl der Unfälle aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit stieg hingegen um 3,2 Prozent auf 1.314. Bei rund einem Drittel der tödlichen Unfälle war überhöhte Geschwindigkeit unfallursächlich.

Polizeivizepräsident Uwe Oldenburg erklärte, die Bilanz zeige langfristig positive Entwicklungen, insbesondere bei der Zahl der Schwerverletzten und Verkehrstoten. Gleichzeitig stelle die steigende Zahl von Unfällen unter Drogeneinfluss sowie mit Pedelecs und Elektrokleinstfahrzeugen eine Herausforderung dar. Seit der Legalisierung von Cannabis im April 2024 hätten sich die Verkehrsunfälle unter Einfluss von Cannabis nahezu verdoppelt. Auch bei den festgestellten Drogenfahrten sei in rund zwei Dritteln der Fälle Cannabis nachgewiesen worden.

Im Rahmen der Verkehrssicherheitsarbeit führte die Polizei im vergangenen Jahr umfangreiche Kontrollen durch. Dabei wurden 2.412 Personen festgestellt, die unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss am Steuer saßen. Zudem registrierten die Beamten 6.614 verbotswidrige Handynutzungen, 4.729 Verstöße gegen die Gurt- und Kindersicherungspflicht sowie 128.950 Geschwindigkeitsverstöße. Bei 87 Kontrollaktionen wurden 2.691 Motorräder überprüft, wobei 740 Fahrer beanstandet wurden. 7.701 Fahrräder wurden kontrolliert, 2.253 Verstöße geahndet. Zusätzlich wurden 442 Verstöße bei Kraftfahrzeugführenden im Zusammenhang mit Fahrrädern festgestellt.

In der Präventionsarbeit erreichte das Polizeipräsidium Freiburg gemeinsam mit Partnern im Jahr 2025 rund 33.000 Menschen bei 930 Veranstaltungen. Hinzu kamen etwa 10.000 Schülerinnen und Schüler, die an der Radfahrausbildung teilnahmen. Detaillierte Informationen zur Verkehrsunfallbilanz sind unter ppfreiburg.polizei-bw.de/statistiken abrufbar.

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